Über mich

Sylvia Voigt

Ich wurde am 01.12.1961 in Karl-Marx-Stadt, dem heutigen Chemnitz, geboren und lebe seit meinem 2. Lebensjahr in Freiberg. Wie in der damaligen DDR üblich, verlief mein Weg relativ geradlinig. Ich habe also nicht zwanzig Berufe ausprobiert und auch nicht einhundert Semester studiert.

Meine Vorschulzeit verbrachte ich bei meinen Großeltern. Ziemlich isoliert von anderen Kindern – und daher zwangsläufig sehr schüchtern. Eingeschult wurde ich in die Polytechnische Oberschule (POS) „Juri Gagarin“. Und hier blieb ich bis zur zehnten Klasse. Die aus der Vorschulzeit mitgebrachte Schüchternheit behielt ich ungefähr bis zur vierten Klasse. Dann war ich zwar immer noch keine Draufgängerin, aber ich getraute mir wenigstens, in den Pausen aufzustehen … Ich bin nicht einen Tag gern in die Schule gegangen. Oder doch: den Tag vor den großen Ferien habe ich geliebt. Den Sportunterricht habe ich leidenschaftlich gehasst. Aus zwei Gründen: ich war eine sportliche Komplettniete. Und das DDR-Bildungssystem versuchte, aus jedem Kind einen Elitesportler zu machen. Bei mir hat das nicht funktioniert. Aber ein Trauma habe ich bestimmt davon getragen… Ansonsten finde ich das Bildungssystem noch heute unschlagbar. Einheitliche Bücher, einheitliche und zeitgleiche Lehrpläne in der ganzen Republik. Das war schon eine tolle Errungenschaft. Man hätte unzählige Male umziehen können – und hätte nie den Anschluss verpasst. Geliebt habe ich Musik, Zeichnen und Deutsch. Weniger bis gar nicht geliebt habe ich den Rest. Mathe und Co. (Physik und Chemie) stellten für mich große schwarze Löcher dar.

Ich habe „Facharbeiterin für Schreibtechnik“ (heute Bürokauffrau) beim Volkseigenen Betrieb Papiermaschinenwerke Freiberg (VEB PAMA) gelernt. Die Berufswahl habe ich einer Schulfreundin zu verdanken. Denn sie erwähnte so nebenbei, dass diese Ausbildung ohne Mathe vonstattengehen würde. Und das gab den Ausschlag… Nach der zweijährigen Berufsausbildung saß ich noch einmal ein Jahr auf der Bank und absolvierte den Kurs zur „Staatlich geprüften Sekretärin“.

Bücher begleiten mich ein Leben lang. In meiner Kindheit waren es die Bücher von Alexander Wolkow und das „Mosaik“, das man nur mit viel Glück ergatterte. In meiner Jugend habe ich manchmal täglich ein Taschenbuch gelesen. Die Auswahl erfolgte nach dem Titel oder dem Cover. Als ich reifer wurde, bekamen die skandinavischen Autoren den Vorzug.

Und irgendwann wollte auch ich ein Buch schreiben. Der erste Versuch ging daneben. Und zwar gründlich. Ich entschied mich für die Erzählerform – und es las sich schrecklich gestelzt. Ein paar Jahre gingen ins Land. Und ich startete einen neuen Versuch. Dieses Mal in der Ich-Form. Und siehe da: Jessica Burmeister fand einen Abnehmer – den Schardt Verlag in Oldenburg. Ich hatte plötzlich sogar den Luxus, aus zwei interessierten Verlagen wählen zu können. Zwischen meinem Schardt Verlag und einen ebenfalls renommierten Verlag, der jedoch erst einmal „nur“ ein E-Book auf den Markt bringen wollte.

Ich habe einen wunderbaren Sohn, der für mich eine mächtige Stütze ist und mir tolle Ideen für meine Bücher liefert. Mein Sohn nimmt sich ebenfalls meiner Manuskripte an (bevor ich sie an meinen Verlag sende) und pickt schon mal die größten und kleinen Ungereimtheiten heraus. Dafür bin ich ihm sehr, sehr dankbar!!!


Antworten auf häufig gestellte Fragen

Warum spielt das Buch nicht in Freiberg, sondern auf Rügen?

Ganz ehrlich: das Buch spielte zunächst in meiner Heimatstadt. Ich lebe seit über fünfzig Jahren in der „Erzgebirgsmetropole“ und bin gar nicht auf die Idee gekommen, den Handlungsort woanders anzusiedeln.

Als mein erstes Manuskript fertig war, bot ich es einer Literaturagentur an. Von dort erhielt ich tolles Feedback: locker-flockig geschrieben; Potential für eine große Leserschaft wäre vorhanden. Und dann kamen zwei großer ABER:

Also schrieb ich das Buch um und verlegte den Schauplatz von Freiberg auf die Insel – meine zweite Heimat! Denn hierher komme ich zweimal im Jahr. Hier kenne ich mich aus – und hier möchte ich irgendwann einmal für immer leben!

Woher kommen Ihre Ideen?

Ich habe Bücher – vorzugsweise Krimis – verschlungen. Und ich sehe mir viele Krimis an (u.a. Inspektor Barnaby). Da findet sich schon mal die eine oder andere Inspiration. Und dann besitze ich seit meiner Geburt ein schier unerschöpfliches Potential an Phantasie. Ab und zu noch ein Tipp von meinem Sohn – und alles zusammengenommen reicht dann durchaus für eine eigene Geschichte.

Was sind Ihre Lieblingsautoren?

Wie lange dauert es, bis eine neue Geschichte um Burmeister & Co fertig ist?

In der Regel ein dreiviertel Jahr – von der Entstehung bis zum Feinschliff. Der macht dann richtig Spaß. Man stolpert über kantige Stellen und schleift sie schön rund. Oder ich finde viele Wortwiederholungen, die ich während des Schreibens gar nicht wahrnehme. Und ab und zu schiebt man noch einen Textbaustein ein.

Die „reinen“ Autoren brauchen vermutlich viel weniger Zeit. Aber man darf nicht vergessen, dass ich so ganz nebenbei noch voll im Berufsleben stehe… Sollte es die Burmeister irgendwann einmal schaffen, mich zur „Bestsellerautorin“ zu machen, trete ich bestimmt kürzer. Aber bis dahin ist es vermutlich noch ein weiter, sandiger Ostseeweg …

Recherchieren Sie allein, oder haben Sie professionelle Helfer?

Bei meinem Krimidebüt, den „Rügener Abgründen“, habe ich mich mit eigenen Recherchen zufrieden gegeben.

Bei den „Rügener Haien“ habe ich dann nach Helfern gesucht und gefunden. Unter anderem stand mir Kriminalhauptkommissar Jens Heidrich mit Rat und Tat sowie Engelsgeduld zur Seite. Und auch meine Hausärztin Frau Dr. Susanne Bock hat ihren Anteil zum Gelingen beigetragen.

Und selbstverständlich ist mein Verlag eine mächtige Stütze! Dank gilt meiner Lektorin Yasmin Ehlers und nicht zuletzt der Verlagsleiterin, Frau Renée Repotente.

Wird es mit Burmeister & Co. weitergehen?

Das hängt von zwei Faktoren ab.

  1. Den Lesern gefallen auch weiterhin die Geschichten um Jessica Burmeister und ihrem skurrilen Team.
  2. Mir gehen die Ideen nicht aus.

Wie schwer ist es, einen Verlag zu finden?

Ganz schwer. Um nicht zu sagen, es ist fast unmöglich. Zumindest dann, wenn man absolut keinen Namen hat … man also kein bekannter Sportler, Politiker, allgemein Prominenter oder Krimineller ist.

Die Verlage werden mit Manuskripten überhäuft. Und nicht selten sind Wartezeiten bis zu einem Jahr für eine Rückmeldung die Regel. Wenn überhaupt eine Rückmeldung kommt. Es schreiben einfach zu viele Menschen über zu viele Themen. Angefangen vom Liebesleben der Pflastersteine in der Mittagshitze bis zur trendigen Veggie-Ernährung. Man muss also nicht nur aus der breiten Masse herausstechen und mit seinem Manuskript punkten, sondern man braucht auch wirklich etwas Glück! Denn bevor der Verlag zuschlägt, muss man eine Lektorin / einen Lektor finden, der auf das Manuskript „abfährt“. Alles zusammengenommen, ist es vielleicht wirklich wie ein Fünfer im Lotto, wenn man ein Buch auf dem Markt etablieren kann.

Antworten auf Fragen, die mir noch keiner gestellt hat.

Kaffee oder Tee?

Kaffee!!

Herzhaft oder süß?

Herzhaft. Und gern auch süß

Wasser oder Wein?

Wasser (Medium), wenn ich durstig bin. Wein (lieblich), wenn ich gut drauf bin.

Wie lautet Ihr Lebensmotto?

Ich habe keins.

Wenn schon kein Lebensmotto - gibt es dann wenigstens Sprichwörter, die Sie super finden?

Und ob! Auf dieser Sch... welt ist nur Mitleid umsonst. Neid muss man sich hart erarbeiten.

Und ich habe vor kurzem folgendes Zitat einer Schauspielerin gelesen: "Wenn Du Dir Träume erfüllst, rechne damit, dass sich nur wenige mit Dir mitfreuen. Neid und Missgunst werden überwiegen." - Das fand ich aber mal so richtig zutreffend ...

Sind Sie gläubig?

Ich glaube an meinen Schutzengel (oder an mehrere). Ich hoffe, ich habe nicht nur einen – denn das wäre für ihn echt kein schönes Leben, immer nur auf mich Acht geben zu müssen.

Haben Sie einen Lieblingsfilm?

Nein. Aber ein paar Lieblingsserien wie z.B. Inspektor Barnaby, Inspektor Lewis oder auch Marie Brand. „The Big Bang Theory“ finde ich ebenfalls toll.

Und ich sehe mir gern die Filme mit Bud Spencer und Terence Hill an – da ist für mich die Welt noch in Ordnung …

Ach ja – und die „Feuerzangenbowle“ nicht zu vergessen! „Pfeiffer, Sie werden immer dömmer!“ – Zeitlos schön!

Gibt es einen Lieblingsschauspieler oder eine Lieblingsschauspielerin?

Tom Hiddleston sehe ich gern – u.a. als Loki. Mariele Millowitsch liegt bei den Frauen unangefochten auf Platz 1.

Bei Burmeister und Co geht es zum Teil (schwarz)humorig zu. Können Sie über Witze anderer lachen?

Aber sicher doch. Vor allem über die Sketche aus vergangenen DDR-Zeiten, wie z.B. mit Herricht und Preil. Auch die Filme von und mit Loriot finde ich lustig.

Sind Sie sportbegeistert?

Kaum zu bremsen – aber nur als Zuschauer. Ansonsten radle ich ab und zu durch und um Freiberg.

Glauben Sie an Außerirdische?

Selbstverständlich. Manchmal denke ich, sie sind schon mitten unter uns …

Was halten Sie von Politikern?

Ein großer Teil von denen ist flüssiger als Wasser. Überflüssig.

Wer oder was regt Sie besonders auf?

Ihr Lieblingsgericht?

Es gibt fast nichts, was ich nicht (gern) esse.

Was ist Ihr Lieblingswetter?

Kommt auch ein bissel auf meine Verfassung drauf an … Ansonsten liebe ich Sturm vorzugsweise am Meer, durchaus auch Sonnenschein, Gewitter (aber nur, wenn ich ein sicheres Dach über dem Kopf habe), und Winter mit viel Schnee und Kälte – und ich spreche hier nicht um Temperaturen um den Gefrierpunkt!

Klassik oder Rock und Pop?

Unentschieden.
Die alten Melodien, die z.B. André Rieu so wunderbar präsentiert, höre ich genauso gern wie Lieder von Amy Macdonald, Sunrise Avenue oder Imagine Dragons.

Welche drei Dinge haben Sie noch nie gemacht?

Und dabei wird es auch bleiben.

Wenn Sie drei Wünsche frei hätten – welche wären das?

Oh je – warum nur drei???

  1. Gesund bleiben.
  2. In Würde sterben – dazu gehört für mich ohne Wenn und Aber das Recht auf selbstbestimmtes Sterben. Ich möchte nicht in einem Auffanglager enden, wo mir maximal dreimal am Tag die Windeln gewechselt werden und Püree zwischen die zahnlosen Kiefer gedrückt wird.
  3. Aus dem derzeitigen schleichenden Ende der Erde soll ein schnelles werden – für alle Menschen ohne jede Ausnahme. Ich würde in diesem Fall gern in der letzten Reihe sitzen und versuchen, mich totzulachen, wenn Regierungschefs oder Millionäre um ihr Leben rennen.

Pressesplitter:

http://wirsindinsel.de/2017/03/13/ruegener-abgruende-ein-neuer-insel-krimi/

http://www.ostsee-zeitung.de/Vorpommern/Ruegen/Ihre-kreative-Heimat-ist-die-Kueste

https://www.freiepresse.de/LOKALES/MITTELSACHSEN/FREIBERG/Warum-im-Ruegen-Krimi-Freiberger-Eierschecke-auftaucht-artikel10106969.php

https://www.freiepresse.de/LOKALES/MITTELSACHSEN/FREIBERG/Freiberger-Autorin-enthuellt-erneut-die-Abgruende-Ruegens-artikel9960575.php

https://www.freiepresse.de/LOKALES/MITTELSACHSEN/FREIBERG/Freiberg-ist-eine-Krimi-Hochburg-artikel9760756.php

https://www.wochenendspiegel.de/buchtipp-aus-freiberg-ruegener-inferno/


© Bericht über Rügener Haie WochenEndSpiegel Freiberg Ausgabe 02 KW 2018


© Krimis am Laufenden Band, Freie Presse Freiberg Ausgabe 10.11.2018 von Cornelia Schönberg


Kleine Foto-Galerie von Rügen (die Fotos habe ich selber aufgenommen):

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